Andri Krämer und Phil Scheck würde man auf den ersten Blick nicht als Kollaborateure vermuten, als eingeschworenes Team. Der Rock’n’Roller und Vollbluttexter Scheck auf der einen, der Studiotüftler Krämer auf der anderen Seite, der monatelang und mit wissenschaftlicher Akribie an Sounds tüftelt. Doch siehe da: das Duo versteht sich prächtig, seit 15 Jahren schon. Damals trafen sich der Berner und der Zürcher der Legende nach in einer Bar in den Flumserbergen und beschlossen, als Pub- und Partyband die Alpen unsicher zu machen. Es folgten über 200 Konzerte, bei denen Scheck und Krämer sogar SMS-Votings einbauten und das Live-Karaoke erfanden. Im Hinterkopf blieb jedoch die Idee, auch mal „seriöse“ Popmusik, sprich eigene Songs, in Angriff zu nehmen.

 

2003 trafen sich die beiden in der Südtürkei. In langen Nächten wurde in einer Hafenstadt das Projekt amtbladt geboren. Die ersten drei Songs wurden auf einem Schiff geschrieben, ein Monat später wurde die Idee amtsbladt in der Schweiz konsequent weiter entwickelt.

 

2004 erschien das Debüt „Stadler, Müller, Meier“, das mit einem kongenialen Mix aus Computersounds, New Wave Anleihen und saftigen Gitarrenriffs bestens funktionierte.

Für den Zweitling „bladtsda!“ hat die bernerisch-zürcherische Freundschaft das Spektrum bewusst erweitert: mehr Gitarren finden sich auf dem Silberling, der Sound wurde aufgemotzt, und ganz selbstverständlich reihen amtsbladt Country und Volkstümliches neben Gruftiges und Achziger-Jahre-Pop. „Wir spielen ganz bewusst mit Klischees“, erklärt Andri Krämer, „der Mix soll aber nicht plump wirken. Wir spielen mit dem Überraschungseffekt.“ Das gelingt problemlos, bewusst widersprüchlich legen amtsbladt Text und Musik zusammen, Kritisches trifft auf Lüpfiges, Witz paart sich mit harten Beats, Gängiges und allzu Offensichtliches wird bei amtsbladt mit Vorliebe durch den Fleischwolf gedreht und mit viel Liebe zum Detail puzzleartig neu zusammen gebastelt. Der Hang zum Absurden darf auch nicht zu kurz kommen.